17. September 2017

Billigware? Ja oder nein?

Bevor ich diesen Post beginne möchte ich vorab erwähnen, dass es sich lediglich um meine Meinung handelt. So wie alles hier auf meinem Blog.. Ich möchte, dass ihr versteht, dass es immer Menschen geben wird die eure Meinung nicht teilen – und das ist absolut ok. Kritik zu äußern und anzunehmen ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. ABER: Bitte bleibt dabei konstruktiv. Wieso ich das hier so explizit erwähne? Ich denke mit dem kommenden Post bin ich einfach eine, die vielleicht etwas anders denkt und gegen den Strom schwimmt.

Ich spreche hier von einem sehr armen Land. Bangladesch. Und so wie viele weitere asiatische Länder wird auch hier billig produziert.
Ich möchte das hier gerne ansprechen, denn ich finde es einfach nicht ok, dass sich so viele Menschen über Billigware aufregen. Sie kritisieren. In den Schatten stellen. Natürlich habt ihr Recht mit der Aussage, dass die Näher- und Näherinnen sehr sehr niedrig bezahlt werden. Das ist keine erfundene Sache. Keine Träumerei. Es ist Fakt und das akzeptiere ich zu 100%. Wir brauchen hier deswegen auch keine Diskussionsrunde anfangen, wieviel es denn genau sind. Ich habe mich vor einiger Zeit im Sinne meiner Projektarbeit intensiv mit dem Thema befasst.

Warum ich euch überhaupt über Textilarbeiter- und arbeiterinnen berichten will? Sagen wir mal so: Durch die heutige Zeit in der so gut wie alles nach Deutschland bzw. Europa transportiert wird sollten wir uns natürlich allgemein einfach mal damit befassen. Mir geht es hauptsächlich um den ganzen Hype der „China Shops“, die wir öfter auf instagram etc. sehen. Hier schon mal ein klares Statement dazu: Ja, auch ich kaufe mir günstige Kleidung. Sicherlich fragen sich jetzt einige von euch: „Oh gott wie kann die nur, Billigware, die armen Menschen dort, Kinderarbeit etc. pp“.
Leute – JA! Die Menschen in den Ländern werden niedrig bezahlt und auch die komplette gesundheitliche Belastung mit Chemikalien etc. ist schrecklich. Auch ich dachte lange Zeit, wieso können wir nicht einfach streiken? Nichts mehr einführen und einfach keine billige Ware kaufen.

Meine Erkenntnis: Es bringt absolut nichts. Im Gegenteil: Ihr würdet den Einwohnern massiv damit schaden. Gerade die Textilindustrie ist eine der größten Industrien in Asien. 80% der Arbeiterinnen verdienen dort somit ihr Geld. Wenn wir als zweitgrößter Importeur streiken würden, dann würden hunderttausende von Menschen ihre Jobs verlieren. Sie könnten ihre Familien nicht ernähren. Sie würden verhungern.
So tragisch dieser Lebensstil ist – es ist ihre Existenz. Und sie kennen es auch nicht anders. Wir dürfen nicht anfangen die Preise für unseren Lebensstil und dort zu vergleichen. Zwischen diesen komplett unterschiedlichen Preisen für Ware liegen Welten. Wisst ihr, wir wohnen in einem sehr reichen Land - und dafür bin ich unendlich dankbar. Aber die Welt hat nun mal ihre Sonnen- aber auch ihre Schattenseiten. Das wird sich aber auch nicht ändern, wenn wir anfangen Ware aus dem Ausland zu boykottieren. Denkt ihr wirklich man könnte damit etwas bewirken? Wir wissen doch alle, dass das nicht so einfach ist. Und genau darin liegt das Problem. Zu denken, wir könnten helfen und die Welt von heute auf morgen verändern indem wir den Import nicht mehr unterstützen. Das ist absoluter Bullshit. Ohne unseren Einkauf würden, wie in meinem Beispiel, die Bangladesch-Einwohner gar nichts mehr verdienen.

Abgesehen davon: Wenn es wirklich und ich meine zu 1000% schlimme Zustände herrschen würden und dem deutschen Gesetz widersprechen würde, glaubt mir Leute, dann dürfte ein Primark, Zara, H&M und so weiter und sofort nirgends mehr existieren. JA an alle die es noch nicht wussten und die ich jetzt enttäuschen muss: Jeder unserer liebsten Modellabels produzieren im Ausland. Es gibt nur noch sehr wenige Hersteller, die in Deutschland produzieren. Birkenstock wäre hier ein gutes Beispiel. Soviel ich weiß produzieren diese zu 100% in Deutschland.

Wenn ihr zu denen gehört, die sagen alles Billigschrott – bitte Leute kauft nur noch made in germany Artikel ein, ja? Keine neuen Nike-Air, keine coolen ADIDAS Hoodies – das ist alles nur ein Name! Das ist nur die Marke! An der Produktion ändert sich rein gar nichts. Und jeder der sich die Welt nicht jeden Tag bunt ausmalt weiß das auch ganz genau. Wie sonst könnten 60% der kleinen Modellabels überhaupt existieren? Und wieso sollten auch die ganz großen so viel Kosten in teure Produktionen stecken, wenn es auch günstiger geht? Es geht immer nur um Gewinn. Hohen Umsatz - geringe Kosten.
Und nur weil ich unter anderem auch Primark Sachen trage heißt es noch lange nicht, dass ich diese schlimmen Arbeitsbedingungen unterstütze. Sondern: weil mir der Stil gefällt, ich es mir leisten kann – denn ich komme nicht aus reichem Elternhaus oder sonstiges in dem ich mir schnell mal ein T-shirt für 45 € kaufen kann. Ein. T-shirt. Das aussieht wie jedes andere – nur ohne Marke.
Nehmt euch das mal zu Herzen.

Mich nervt es einfach ständig diese dummen Aussagen zu hören. Macht euch doch mal mehr Gedanken dazu anstatt einfach mit der Masse zu gehen, nur um eure Meinung nicht vertreten zu müssen. Solange es in Deutschland noch so viel Armut gibt, so viele Obdachlosen und so viele mittelständische Familien, die 3 Jobs annehmen müssen nur um über die Runden zu kommen - so lange wird es auch so bleiben! Von was sollen die Familien denn sonst einkaufen?
Ein normaler Mensch kann sich nun mal keine teuren Dinge leisten. Sei es Klamotten, Autos oder Lebensmittel. Keiner braucht die oiginalen Pringles oder Milka Schokolade. Es gibt hier etliche Beispiele - die ganzen „Fakes“, also Eigenmarken der Lebensmittelgeschäfte reichen absolut aus und es schmeckt exakt gleich. Mehr dazu kann ich euch gerne mal wann anders sagen.

Und jedes Kleidungsstück, das momentan so gehypt und gepusht wird auf Instagram ist absolut nichts anderes. Ihr wisst was ich meine. Die ganzen Fashionseiten mit Klamotten, die von bekannten Influencern beworben werden. Ich finde die Mode einfach mega schön. Und wenn die Qualität in Ordnung ist und ich sagen kann 'Ok, der Preis für das Produkt ist angebracht', dann kaufe ich mir das.

Entschuldigt wirklich meine Betonung in diesem Post meine Lieben, aber so eine Einstellung ist doch echt scheiße.. Wir wissen alle, dass die Bedingungen in den ärmlichen Ländern nicht unserem Standard entsprechen. Aber wir wissen auch, dass Deutschland in dieser Hinsicht in einer anderen Liga spielt - und darauf können wir stolz sein. Und glücklich.


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27. August 2017

Freu' dich doch mal


Wieso fällt es uns so schwer uns zu freuen? Also ich meine so richtig freuen. Nicht, weil du eventuell ein paar Kröten im Lotto gewonnen hast oder 1€ bei einem Rubbellos. Ich rede hier keinesfalls von Geldgeschenken. Ich meine hier die Kleinigkeiten. Kleinigkeiten, die so bedeutend sein können. Kleinigkeiten, die so oft in Vergessenheit geraten. Dabei sind sie so wichtig. So unschuldig belangvoll.


Es gibt Tage, an denen ich auch absolut keine Lust habe aufzustehen. Raus in den Morgentau, raus in die Kälte um arbeiten zu gehen oder irgendwelche anderen Erledigungen zu tätigen. All‘ dies sind aber Sachen, die keinesfalls meine Laune trüben sollen. Das will ich nicht und das lasse ich auch nicht zu. Ich freue mich über die kleinen Dinge im Leben. Jeden Tag einen guten Tag werden zu lassen. Oder es zumindest in die Richtung zu lenken. Jeden Tag versuchen anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Gute Taten, die eines Tages auf mich zurückfallen. Mein Karma zu pushen – dazu aber ein ander‘ Mal mehr.

Das Leben wurde dir geschenkt. Und irgendwann wird es dir auch wieder genommen. Das ist leider Fakt. Traurige Gewissheit. Genau aus diesem Grund ist es wichtig – so enorm wichtig – jeden Tag zu schätzen. Zu lieben. Ihn zu einem deiner besten Tage zu machen. Gestalten. Erleben. Erinnern.
Dieses Leben ist sicher nicht immer einfach, keinesfalls. Denn wenn es dies wäre bräuchten wir uns keine Gedanken über Freude und die guten Seiten des Lebens zu machen. Es wäre einfach immer nur fabelhaft. Eine kleine Märchenwelt von der wir als Kind immer geträumt haben. Ich möchte euch aber hierzu etwas sagen. Versucht immer das Beste aus jeder auch noch so – nennen wir es beim Wort – beschissenen Situation zu machen.

Für mich heißt aufstehen zwar nicht pure Freude und ich feier es sicherlich auch nicht jeden Tag 8 Stunden arbeiten zu gehen. Aber:
Ich freue mich morgens schon, abends meinen Freund wiederzusehen. Ich freue mich darüber mit ihm zu chillen, über den Tag bei einem gemütlichen Drink auf unserem Balkon zu plaudern. Geschichten erzählen. An seinem Leben teilhaben. Ich liebe es mit ihm einfach nur abzuhängen – die Hauptsache ist wir sind zusammen. 

Ich freue mich auf den Feierabend, weil ich danach noch eine halbe Stunde Bahn fahre und gemütlich den neuesten Track von ‚Maitre Gims‘ hören kann. Währenddessen die Aussicht genießen. Den Tag Revue passieren lassen. Sich fragen ob die Menschen, die in meinen Waggon steigen, wohl genauso denken.

Ich freue mich darauf meine Mama anzurufen – jeden Abend. Gewohnheit. Schöne Gewohnheit. Mehr als das. Ich tratsche mit ihr wie mit meiner besten Freundin. Denn irgendwie ist sie das auch. Und ich liebe es.

Ich freue mich über Dinge, die in der Zukunft liegen. Wenn im Herbst endlich die neue Staffel "Club der roten Bänder" beginnt (Wer diese Serie nicht kennt verpasst was.) Oder wenn mein Freund und ich einen Serienmarathon zu ‚Chicago Fire‘ mit viel Schokolade und Chips veranstalten.

Ich freue mich auch schon auf das Weihnachtsfest. Auch wenn dies noch ein bisschen hin ist überwiegt die Vorfreude. Ein paar Tage wegfahren. Auszeit. Zu meiner Familie um mit ihnen die Feiertage zu genießen. Ich mag keine Kälte, ich mag keinen Schnee. Aber die kuscheligen Klamotten in die wir uns dann wieder schmeißen können, die vielen leckeren Sachen – Lebkuchen und Dominosteine – die wir dann wieder essen können. Beleuchtete Straßen, geschmückte Häuser, Menschen die ihren Liebsten das weltbeste Geschenk ergattern wollen. Und ja auch wenn ich keinen Schnee mag, der sich innerhalb von Sekunden nämlich zu Matsch verwandelt, hätte ich trotzdem einen Wunsch an den lieben Wettergott. Weiße Landschaften über die Weihnachtsfeiertage. Vielleicht wird er ja dieses Jahr erfüllt. Denn das gehört dann doch einfach dazu.

Lacht mehr. Freut euch mehr. Über die ganzen Kleinigkeiten, die uns über den Weg laufen. An die wir vielleicht nicht immer denken. Diese aber die bedeutsamsten sind.
Jeder Tag der vergeht bringt uns einen Schritt weiter. Ein Stück näher an unser Ziel. Ein Stück mehr Zufriedenheit, Gelassenheit, Erfahrung.
Die Welt ist grausam genug, also lasst uns gemeinsam Freude geben. Freude schenken. Ihr werdet sehen – das Glück und alles was ihr erreichen wollt wird euch eines Tages begegnen. Nur festhalten müsst ihr es selber.


 




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13. März 2017

Eine Reise zurück - mit Koffein


Zufrieden. Ja das bin ich. Und ich denke auch, dass jeder Mensch zufrieden sein sollte. Aber ist Zufriedenheit auch Glück? Geborgenheit? Momentan habe ich nur ein Ziel vor den Augen: Mein Fachabitur zu erreichen. Und ja ich habe auch kein Problem damit zuzugeben, dass dies schon mein zweiter Anlauf ist. Wieso denn auch? Ist das etwas Schlimmes? Zeigt das meine "Dummheit", weil ich es das erste Mal nicht gepackt habe? Seit dieser, ich nenne sie jetzt mal vorsichtig 'vergeudete Zeit', bin ich wesentlich älter geworden. Reifer. Erwachsener.

Einige Jahre liegen nun dazwischen. Auch wenn ich manchmal denke, dass ich auf dieses Ziel damals umsonst hingearbeitet habe, stundenlang vor vielen Büchern und mit viel Koffein versucht habe mir den Lehrplan in den Kopf zu pressen, kann ich doch stolz sagen:
Es war gut so! Ich bin glücklich.

Glücklich genau darum, weil alles im Leben einen Sinn hat. Schicksal. Viele werden sicherlich anderer Meinung sein und das ist vollkommen ok. Aber ich sage, dass jeder Schritt der rückwärts gemacht wurde euch nur stärker und erfolgreicher nach vorne bringt! Wer weiß was passiert wäre, wenn damals alles anders gelaufen wäre.
Natürlich - ich war zu dieser Zeit wirklich eine Weile sehr frustriert und enttäuscht. Die Frage, die sich mir stellte: Warum hast du das nicht gepackt?
Heute blicke ich zurück und bin so unfassbar dankbar. Nach vielen Steinen, die sich in meinem Weg gelegt haben und die ich wegräumen musste, konnte ich nach der Schule meine Ausbildung mit so einem fantastischen Ergebnis abliefern. Ich war unglaublich stolz. Und ja, ich bin es heute noch. Denn das habe ich alleine geschafft. Stolz auf mich und meine Leistung. Stolz auf das, was man erreichen kann, wenn man möchte. Auch in diesen drei Jahren musste ich oft genug kämpfen und mich durchbeißen, weil nicht immer alles so läuft wie man es sich vorgestellt hat. Aber es wurde gut. Perfekt. Für mich.
Es war gut so!

Denn ich habe so viele Menschen kennengelernt, die ich so sehr schätze. Freundschaften geknüpft, die ich so vielleicht nie gehabt hätte. So viel erlebt, Spaß aber auch Arbeit. Von Tag zu Tag wurde ich erwachsener und sah die Welt mit anderen Augen.
Und ja, das ist der zweite Anlauf und ich glaube alles im Leben hat seinen Grund. Es ist wie eine Reise zurück in die Zeit von damals. Ich sitze wieder hier vor meinen Büchern, mit Koffein. Werde mir erneut bewusst, was ich von mir selber verlange. Ich weiß, dass es klappt! Ich glaube an mich und meine Lieben glauben an mich. Ich habe ein Ziel vor Augen. Auch über diesen Abschluss hinaus. Und auch wenn ich noch nicht sagen kann wo die Reise für mich hingeht, wo auch immer ich hingeschwemmt werde. Von der Masse getrieben oder gegen den Strom. Wir werden sehen.
Was ich sicher sagen kann:
Es wird das Richtige sein!

Versuche immer für das Gute bereit zu sein. Dinge auch erneut am Zügel zu packen. Heute glaube ich nicht mehr, dass es damals ein Versagen war oder Faulheit. Nein, heute denke ich an meinen Ehrgeiz auch nach dem Scheitern etwas erneut anzupacken. Meinen starken Willen durchzusetzen und meinen Weg zu gehen. Was ich sagen möchte: Glaubt immer an euch! Lasst euch von niemanden etwas einreden! Alles was passiert hat seinen Grund - und es wird sich lohnen! Zieht immer die positiven Seiten aus einer Situation. Aus einer Erfahrung. Jede dieser Steine, den ihr aus dem Weg räumt, macht euch stärker. Ihr dürft stolpern, fallen, pausieren. Aber was ihr nicht dürft ist aufgeben! Das ist keine Option. Niemals.

Ja. Neue Stadt. Alte Liebe. Ich bin glücklich. Ich packe mein Glück an der Leine und laufe los. Laufe durch die ewigen Straßen und fange wie ein Tornado sämtliche Infos ein. Sauge sie auf. Setze sie um. Und laufe wieder hinaus.










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6. November 2016

Hallo, Frau Nachbarin


Zwischen zwei Türen stehend erlebt man doch die unterschiedlichsten Menschen. Auch ich mache diese Erfahrung nun immer öfter. Und bewusster. Bevor ich in diese Siedlung zog war ich noch unwissend. Nichstahnend. Der Geruch der frisch gestrichenen Wände und nagelneuen Parkettboden stieg mir in die Nase. Der Moment an dem ich die Zusage erhielt, völlig zersaut und im Schlabberlook auf der Couch, fühlt sich noch genauso an wie vor einem halben Jahr.
Jedenfalls - hat hiermit ein neuer Abschnitt begonnen. Den Schlüssel in der Hand. Aufgeschlossen. Wohnung betreten. Noch nie hatte irgendjemand anders hier gehaust. Niemand benutzte die Küchengeräte. Das Bad. Es war neu. Meins. Unsers.

Ja es sind fremde Eindrücke. Fremde Menschen. Die dennoch nett und zuvorkommend sind. Aber es gibt nun mal diejenigen mit denen man gut zurecht kommt - und andere. Die, die dir gerne dein Leben etwas aufmischen möchten. Auch die ältere Generation kann durchhaus Sympathie wecken. Kann.
In den langen Sommernächten in denen wir das ein oder andere gekühlte Bier genießen, gemütlich herumliegen und uns stundenlang unterhalten. Der Geruch von langen Nächten. Regen auf dem warmen Asphalt. Und plötzlich wird dieser Moment zerstört. Ein etwas anderer Geruch von "Zigaretten" steigt mir in die Nase. Ihr wisst. Ok, jedem das seine - denke ich mir - und verschwinde nach drinnen.

Der Unterschied zwischen alt und jung kann manchmal ganz schön anstrengend sein. So mühsam. Wieso müssen wir Jungen - abgesehen davon dass wir wirklich keine Kinder mehr sind - Rücksicht nehmen auf die ältere Generation? Wo fängt Rücksicht an? Wo fängt ein Störenfried an störend zu sein? Es gibt diese eine Art von Senioren - in meinem Falle die linke Haustüre. Ein älterer Herr, verwitwet. Unglaublich charmant, ein Mann der seine Frau jahrelang gepflegt hat. Weil er sie liebte. Und nun dennoch versucht alles Schöne im Leben zu genießen. Zu schätzen. Unsere "Generation" zu achten, zu verstehen - und dran teilzunehmen. Ein Senior, den es nicht stört wenn wir jungen Wilden mal etwas lauter mit unserem Besuch reden. Oder auch um 2:00 Uhr nachts noch auf den Balkon gehen. Diese Art von Rentnern empfinde ich als perfekt. Kein Genörgel. Nur Verständnis. Denn auch ich respektiere deren Leben. Und ich freue mich umso mehr, wenn ich mit unserem täglichen Wahnsinn auch sein Leben aufregender machen kann. Und ihn an unserem Humor und Geschichten teilhaben lasse.

Die anderen. Ja - Anders anders. Vielleicht sind sie neidisch? Oder verbittert? Weil sie alleine sind und die Wohnung nur mit den Katzen teilen kann. Ich weiß es nicht. Aber genau das ist der Punkt. Diese Menschen, die nichts im Leben mit sich anzufangen wissen. Diese Art Menschen. die das Leben anderer interessanter findet. Und mit einer Prise Lügen das Leben der Mitmenschen etwas aufmischt. Ist es normal jeden Schritt der Nachbarn zu analysieren? Dokumentieren?
Ist es so abnormal seinen Rollladen zu schließen oder ein Telefonat zu führen, das vielleicht 5 Dezibel über dem Maximalwert liegt? In ihrem Leben Ja. Ein klares Ja. Als wären diese Nörgeleien nicht genug, da fährt Frau Nachbarin ihre Krallen aus.

"Sie sind zu laut. Sie streiten sich um 5 Uhr morgens und reißen die Rollläden hoch."
"Ach, was machen Sie denn nachts? Das hörte sich an als würden Sie Ihre Möbel kurz und klein hauen"
"Sie und ihr ständiger Männerbesuch. Wir sind hier doch kein Puff!"

Wohw. Wenn eine Dame höheren Alters einer gestandenen Frau mittleren Alters diese Argumente liefert, da fasse ich mir an den Kopf. Wo bin ich gelandet? Wo ist meine weitere (in meinem Alter) Nachbarin gelandet! Das ging ihr zu weit. Das geht uns zu weit. Lass uns was tun - sofort.
Die halbe Flasche Rotwein geleert. Fragen über Fragen. Warum ist die Dame so wie sie ist?
Ich bin mir sicher. Sie hat ein Problem. Ein großes. Und kommt mit der Jugend nicht klar. Und das liegt nicht an durchzechten Nächten, Alkoholkonsume und Männerbesuchen. Nein! Dies liegt schlichtweg daran, dass ihr Leben vorbeizieht und sie nochmal jung sein möchte.

Der Gegensatz zweier Menschen könnte anders nicht sein. Ja, Frau Nachbarin - die Heuchlerin sind Sie. Nicht er.


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14. August 2016

Nur zu deinem Vorteil.

Es klingt so, als wäre es ein schlechter Traum gewesen. Ein Film, der ohne dein Einverständnis gedreht wurde. Und die Regie das Drehbuch einfach so umgeschrieben hatte - ohne dich zu fragen. Manchmal fühlt sich das Leben so an wie bei der versteckten Kamera. 

Denn wenn du denkst, dass die Vergangenheit lange hinter dir liegt und sie dich doch nochmal einholt. Du deinen Ohren nicht trauen kannst. Und willst. Du glaubst wirklich das Menschen sich ändern können. Aber sie dann alles ins Gegenteil stellen? Du denkst du kannst in jedem Menschen etwas Gutes sehen? Und innerhalb 15 Minuten scheitert deine ganze Illusion. Du hast immer verteidigt. Und du wirst ganz fest an die Wand gedrückt. Und alle anderen haben plötzlich Recht. Und du bist auch noch so naiv und denkst, dass Situationen Menschen verändern. Du denkst, dass eine Abwesenheit den Charakter umkrempeln kann. Geirrt. Getäuscht. Enttäuscht. Weil du glaubst dass es besser wird. Und du wirst eines Besseren belehrt. Obwohl es sich anders angehört hat. Und angefühlt. Aber im Endeffekt alles nur Schau und Illusion.


Der Wahrheit ins Gesicht zu sehen kann manchmal wehtun. Und es macht dich unglaublich wütend, dass all deine Vorstellung verfliegt wie Staub. Zerspringt wie eine Seifenblase. Und obwohl es dich eigentlich nicht interessieren sollte, es dich trotzdem beschäftigt.

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Manchmal sind Menschen einfach nicht das, was man sich erhofft. Und es passieren Dinge, die man auch gerne anders erlebt hätte. Doch wenn man sein Leben lang auf etwas wartet - oder auch nicht - dann hat es einen Grund. Sollte es zumindest. Es muss wirklich ein guter Grund sein, denn sonst passt irgendetwas nicht zusammen. Unstimmig. Vielleicht hat es manchmal einfach keinen Wert auf etwas zu hoffen und zu warten, dass nie passieren wird. Manchmal sind Träume einfach Träume und Realität ist Realität. So ist das nunmal.
Es ist nur so furchtbar traurig manch' Menschen in sein Leben zu lassen, die nichts in dir bewirken. Rein gar nichts. Sie sind einfach da, aber lösen keinerlei Gefühle in dir aus. Weder Freude noch Trauer. Sie sind in deiner Nähe und doch spürst du es nicht. Und das Schlimmste: Dir ist total egal was mit ihnen passiert und was sie tun.

Wer kennt das nicht? Wir stehen in einem Teufelskreis und drehen uns wild herum. Vorwärts, rückwärts, seitwärts. Die eine Türe ist die Wahrheit, die andere die Lüge. Ein ewiges hin und her weil du selber überhaupt keine Ahnung hast was richtig und was falsch ist.
Vielleicht ist die Zeit aber noch gar nicht reif genug um dir diese Antwort zu geben. Eventuell vergehen auch noch Jahre bis du siehst was dieser Mensch dir mit seinen Handlungen sagen möchte. Ob die ganzen Versprechen eingehalten werden. Und aus großen Tönen auch Taten folgen. Vielleicht, ja vielleicht hat er bewusst alle Entscheidungen in seinem Leben so gelenkt um auf etwas aufzubauen. Und erst dann wirst du sehen ob sich deine Aufregung gelohnt hat. Und du doch etwas gesehen hast, was bisher noch nie da war. Unentdeckt. Bestätigt zu bekommen, dass du Recht hattest. Und es allen Kritikern zeigst.


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